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Das Karatetraining

Sie haben sich für eine Reise entschieden, die Ihnen die Möglichkeit zur Selbsterfahrung und körperlichen Training bietet.

Durch Karate lernen wir, uns besser zu verstehen und zu beherrschen und so ein bewußteres Leben zu führen. Im Karatetraining lernen wir, uns in einer Weise weiter zu entwickeln, die uns vor Beginn des Trainings nicht möglich erschien. Es ist ein Weg, uns besser kennen zu lernen und mit unserem Körper umzugehen.

Die meisten Menschen haben schon gewisse Vorstellungen von der Kampfkunst, wenn sie zum ersten Mal ein Dojo betreten – unabhängig davon, was die Gründe für Ihr Kommen sind.

Karate hat jedem etwas zu bieten. Einer der wichtigsten Punkte, über den Sie sich im klaren sein müssen, ist die Tatsache, dass sich Ihre Lehrer auf dem selben Weg befinden. Sie absolvieren Ihr Karatetraining gemeinsam mit Ihren Lehrern. Ein Lehrer hat zwar denselben Weg der Selbsterfahrung wie Sie eingeschlagen, doch ist er nur ein Führer auf Ihrer Reise. Sie sind für Ihren Fortschritt selbst verantwortlich. Sie müssen die Reise selbst unternehmen. Karate ist ein überaus persönlicher Weg der Bildung und Weiterentwicklung.

Um Ihr Training optimal zu nutzen, müssen Sie Karate verinnerlichen, denn so lernen Sie Ihre Entwicklung im Dojo zu kontrollieren. Damit ist nicht gemeint, dass Sie Ihre eigenen Techniken erfinden sollen. Sie müssen selbst entscheiden, wie viel Zeit und Aufwand Sie investieren wollen, um Ihre Trainingsziele zu erreichen. Wenn Ihr Ziel die Erlangung eines schwarzen Gürtels ist, dann müssen Sie sich selbst diesem Niveau nähern. Es ist nicht die Aufgabe Ihres Lehrers, Sie zu diesem Ziel zu bringen. Es ist seine Aufgabe, Sie auf dem Weg dorthin zu begleiten, damit das Ziel durch Ihre eigenen Anstrengungen Wirklichkeit wird. Der Ansporn muss aus Ihrem Inneren kommen.

Viele Schüler sind zu Beginn des Trainings überaus enthusiastisch, manche besonders motiviert und versäumen kein Training. Viele aber geben das Training schon nach wenigen Monaten auf, da ihnen bewusst geworden ist, dass Karate hartes Training und das ständige Überwinden des inneren Schweinehundes bedeutet. Wenn Muskeln und Gelenke schmerzen, fällt es einem leicht, viel "zu beschäftigt" oder zu müde zu sein, um zu trainieren. Wenn Ihr Körper schmerzt, dann aus dem Grund, dass Sie ihn in Form bringen müssen. Ausreden bringen Sie diesem Ziel nicht näher. Sie müssen selbst entscheiden, ob Sie diese Herausforderung annehmen möchten.

Durch körperliches Training in einer realen Welt sehen wir, wer wir wirklich sind, und nicht, wer wir zu sein glauben. Und gerade diese Art Erfahrung fehlt in dieser schnelllebigen Welt. Es ist wichtig, das Karatetraining gewissenhaft und konsequent zu absolvieren, um dadurch ein tieferes Verständnis für sich selbst und für das eigene Umfeld zu bekommen. Geben Sie Ihr Bestes.
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Das Budo-Konzept

In der Vergangenheit machten sich die Karatekas die auf tödliche Nützlichkeit ausgerichteten Karatetechniken frühester Zeiten zu eigen und wendeten diese mehr als ästhetische Aktivität, denn als Kampfkunst an. Das Schwergewicht lag auf dem "Do" – mit anderen Worten dem Weg des Karate – der an die Stelle der Karatetechnik (Jutsu) trat.

So entstand das Konzept Karate-Do (der Weg des Karate). In Japan gibt es zahlreiche "Do". Zu den Bekannteren zählen "Judo", "Kendo" und "Aikido". Do Kanji Sie sind allesamt Kampfkünste (oder Budo). Es gibt in Japan aber auch zahlreiche "Do", die nicht zum Kampfsport zählen. Diese Aktivitäten reichen von Ikebana bis hin zu Kalligraphie.
Im Grunde sind alle diese "Do"-Tätigkeiten Erziehungssysteme. Unabhängig davon, ob man sich für Karate-Do oder Sho-Do entscheidet, die Wahl der einen oder anderen Kunst entspringt unseren inneren Wünschen. Der "Do" oder der Weg ist dabei wichtiger als die Kunst selbst.

Wenn man von "Budo" spricht, sind damit jene Kampfkünste gemeint, welche in Form eines bestimmten Erziehungssystems in Wegen zur moralischen und ethischen Erleuchtung zusammengefaßt wurden. Bu Kanji Die Idee des Budo soll demjenigen, der den Sport ausübt, letzten Endes zum Erreichen von Zielen führen, die weit über die engen Grenzen reiner Kampfeshandlungen hinausgehen. Der Grundgedanke von Budo ist das Verstehen und der Glaube, welche durch die Auseinandersetzung mit einer Kampfkunst gewonnen werden.

Betrachten Sie Karate als einen Weg zur Vervollkommnung, der Ihnen ganz allgemein eine "Art zu leben" vermittelt. Der Charakter wird durch hartes Training, persönliche Herausforderung und Disziplin geformt.

Eines der größten Hindernisse auf dem Weg der Vervollkommnung in der modernen Welt ist die starke Zunahme von Lebensalternativen, welche die Entscheidungsfindung aufgrund dieser zahlreichen möglichen Lebensformen schwierig macht. In einem solchen Umfeld bieten die Kampfkünste einen Prüfstein, anhand dessen wir unsere Fortschritte im Leben, wie auch in der Welt des Sports messen können. Karategeist entwickelt man durch wiederholtes, anstrengendes Training.
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Der Karategeist

Zu Beginn mag das Training sowohl körperlich, als auch geistig extrem und unnötig schwierig erscheinen. Wenn der Körper jedoch diese physischen Anstrengungen auf sich nimmt, entwickelt der Karateka seinen unbewussten Geist so weiter, dass dieser die überwältigend erscheinenden physischen Anstrengungen aushält.

Zu Beginn ist der Schüler mit Schwierigkeiten wie zum Beispiel dem Ausführen einer bestimmten Anzahl Liegestützen oder Fußtritten konfrontiert. Der Geist entwickelt sich dann mit dem Körper weiter. Der Schüler lernt seine Grenzen kennen und erkennt seine Fortschritte. Schließlich wächst das Vertrauen durch hartes Training. Als natürliche Folge der Selbsterkenntnis entwickelt sich auch ein zunehmendes Bewusstsein für die Beziehungen zu den Mitmenschen. Der unbewusste Geist des Karateka entscheidet, ob er trotz der körperlichen Anstrengung weitermacht.

Durch diese Art persönlicher Erfahrung erlebt der Karateka die wahre Kraft des menschlichen Geistes in Aktion. Im Wissen, dass Sie Ihren eigenen Geist und damit letzten Endes Ihr Schicksal kontrollieren können, liegt der wahre Wert des Kampfkunsttrainings. In Japan ist für den seriösen Karateka ein Aufgeben im Training gleichbedeutend mit dem Eingeständnis der eigenen Niederlage und in symbolischer Hinsicht des eigenen Todes. Und genau diese Art Erfahrung und Selbsterkenntnis suchen Karatekas, wenn sie einander in Dojos auf der ganzen Welt beim Training helfen. Ihr Karategeist entwickelt sich mit den Anstrengungen, die Sie zur Erreichung ihrer Ziele im Dojo untsernehmen. In der Erkenntnis dieser Wahrheit steckt einer der größten Paradoxe des Dojo: Wir müssen mit anderen trainieren und ihnen vertrauen, damit wir uns weiterentwickeln, denn ohne Partner wird niemand ein Meister.

Unter Karategeist sind somit auch die mit anderen geteilten Erfahrungen, sowie die Entwicklung und Entdeckung unseres Selbst zu verstehen. Die Formung des Karategeistes signalisiert den Beginn des Vertrauens und des positiven Wissens, dass man es schaffen kann. Diese Einstellungen begleiten den Karateka über die zahlreichen Hindernisse nicht nur im Dojo oder auf den Turniermatten, sondern durch das ganze Leben. Vergessen Sie nie, dass es viele Menschen gibt, die auf demselben Karateweg sind wie sie.
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